Bifurkation der Hase - ein Studienprojekt

AutorInnen: Sandra Bovelette, Nicole Dijks, Holger Tesch, Claudia Komlosy, Sonja Poppe aus der LV Projektdidaktik im WS 04/05 - aus einer Powerpointpräsentation der Studierenden von G. Becker erstellt

Exkursionswoche Hase

1. Exkursion: Die Bifurkation der Hase bei Gesmold

Die Hase ist ein Nebenfluss der Ems und der Else in Niedersachsen. Sie entspringt südöstlich von Osnabrück im Teutoburger Wald zwischen Dissen und Borgholzhausen am Nordhang des 307m hohen Hankenüll und ist 168 km lang.

Die Bifurkation

Zwischen Wellingholzhausen und Gesmold weist die Hase eine seltene Naturbesonderheit auf: In einer Bifurkation teilt sie sich und fließt in verschiedene Fluss-Systeme.

Ein Drittel des Wassers fließt in östlicher Richtung in die Else, die bei Kirchlengern in die Werre mündet und schließlich bei Bad Oeynhausen die Weser speist.

Zwei Drittel des Wassers fließen in nordwestlicher Richtung in der eigentlichen Hase weiter über Osnabrück bis Meppen, wo sie dann in die Ems mündet.

Vor einiger Zeit wurde ein 265 km langer Radweg, der die Hase von der Quelle bis zur Mündung in die Ems bei Meppen begleitet, geschaffen.

Wir wollen unsere Wanderung am ersten Exkursionstag etwa 5 km vor der Bifurkation beginnen und ihren Lauf ein Stück begleiten.

Seit dem Jahr 2000 gibt es an der Bifurkation einen Themenpark, in dem wir Näheres über die Bifurkation erfahren können.

In der Nähe der Bifurkation gibt es einen Grillplatz, an dem man zwischendurch eine Pause machen kann.

Was ist eigentlich eine Bifurkation?

Bifurkation (von lat. furca = Gabel) ist der geographische Begriff dafür, dass ein Fluss sich gabelt und die beiden Arme in verschiedene Stromsysteme abfließen.

Diese Erscheinung tritt in Ebenen auf, wo die Wasserscheide sehr flach und kaum wahrnehmbar ist. Dabei gibt das Gewässer sein Wasser in verschiedene Flusssysteme ab und macht dadurch Wasserscheiden durchlässig.

Wie ist diese Bifurkation entstanden?'''

Es begann mit einer unglücklichen Liebesgeschichte...

Ritter Herwarth und die schöne Müllerstochter Else verliebten und verlobten sich.

Herwarths Vater, der Graf von Holte, war aber damit ganz und gar nicht einverstanden. Er forderte von der schönen Else den kostbaren Verlobungsring zurück

Else weigerte sich. Da erdolchte der Graf die Müllerstochter und warf den Leichnam in die Hase.

Schäumend vor Empörung trat die Hase über die Ufer und zweigte einen rechten Nebenarm ab, die Else.

Wahrscheinlicher ist allerdings, dass bei Hochwasser gelegentlich Wasser der Hase in den nahegelegenen Uhlenbach floss.

Der Herr von Gesmold im nutzte das im 15. oder 16. Jahrhundert aus und ließ die Twelbeke als Verbindung von Hase und Uhlenbach/Else ausbauen oder gar neu graben.

Warum gab es Streit um die Bifurkation?

Die erste Erwähnung einer Ableitung der Hase in den Uhlenbach stammt aus dem Ende des 16. Jahrhunderts

Herrmann von Amelunxen hatte damit begonnen, Wasser aus der Hase zu seiner am Uhlenbach gelegenen Mühle umzuleiten. Dadurch stand den Osnabrücker Mühlen weniger Wasser zur Verfügung und es folgte ein über dreihundert Jahre langer Streit um die Verteilung des Wassers.

Dabei ging es auch immer wieder darum, ob die Ableitung natürlich entstanden ist oder künstlich angelegt wurde.

Ein Beispiel für die Streitigkeiten um die Bifurkation ist der „Gesmolder Bauerntumult“: Häufig reichte das Wasser der Hase nicht für alle Zwecke in Osnabrück und Gesmold und es gab Streit. Der Höhepunkt war der Sogenannte „Gesmolder Bauerntumult“ im Jahr 1794.

Der Kruse-Müller kippte Steine in die Else, um mehr Wasser durch die Hase zu seiner Mühle zu leiten.

Daraufhin geriet er in eine Schlägerei mit dem Mühlenknecht der Schlossmühle Der zornige Herr von Hammerstein auf Gesmold verurteilte den Müller daraufhin zu einer achttägigen Turmstrafe bei Wasser und Brot. Etwa 1000 Bauern aus den umliegenden Dörfern rotteten sich vor dem Schloss zusammen, rissen den Turm ein und befreiten den Müller.

Im Jahr 1788 wurde erstmals die Aufteilung, dass 1/3 des Wassers abgeleitet und 2/3 in der Hase verbleiben sollte, festgelegt.

Die tatsächliche Ausführung durch Pflastern der Gabelung erfolgte jedoch erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts.

Diese Aufteilung ist bis heute erhalten geblieben.


Zum Abschluss des Tages werden die neu gewonnenen Erkenntnisse gesammelt.

Nach der Rückkehr in die Schule wird das an diesem Tag gesammelte Material an der großen Übersichtskarte an der Wand eingetragen bzw. angebracht.


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