Hase-Exkursion 3: Von der Schellenberg-Brücke bis zur Bruchstraße

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Alte und Neue Hase

Von der Schellenbergbrücke (Fotos, Blick von der Schellenbergbrücke) schauen wir flussaufwärts Richtung Osten. Wir erkennen zwei kanalisierte Wasserläufe, die beide zur Hase gehören. Der Fluss teilt sich in diesem Abschnitt in zwei Arme, die parallel zu den Schienensträngen verlaufen. In den nördlichen Arm, links neben den Schienen, mündet der ebenfalls kanalisierte Rüthebach ein. Er kommt aus nordöstlicher Richtung und ist nur 1,3 km lang.

Blicken wir nun nach Westen der Hase flussabwärts nach, so sehen wir, dass der eine Arm, die sog. Alte Hase, sich unmittelbar hinter der Brücke zunächst nach Norden wendet und bald darauf nach Westen abbiegt, während sich der südliche Arm, die sog. Neue Hase, schnurgerade zwischen den Schienen entlangzieht.

Von der Carl-Fischer-Straße aus folgen wir der Alten Hase. Sie wird auch "Klöckner-Hase" genannt, weil sie in einem weiten Bogen um das Gelände der ehemaligen Klöckner-Werke AG fließt, das im Süden von der Neuen Hase begrenzt wird. Bevor hier um 1870 die Eisen- und Stahlverarbeitung begann, floss die Hase noch natürlich mäandrierend, von Bäumen gesäumt, durch die Niederung. Seit dem Bau des Osnabrücker Eisen- und Stahlwerkes, ab 1923 Klöckner-Werke AG, wurde der Fluss immer stärker reguliert: Durch Umleitung, Verfüllung, Steuerung des Wasserstandes und andere Eingriffe sollte das störende Hase- und Grundwasser unter Kontrolle gebracht werden. Deshalb wurde der nördliche Hasearm größtenteils in ein Betonbett eingefasst und der südliche Hasearm kanalisiert, weswegen er heute nicht nur 'Neue Hase', sondern manchmal auch 'Hasekanal' genannt wird.

Hase-Revitalisierung

Der Standort Osnabrück hat für die Eisen- und Stahlindustrie längst an Bedeutung verloren. Mit der Verringerung des Produktionsumfanges ist die Zahl der Beschäftigten merklich zurückgegangen und die Fabrikationsfläche hat sich deutlich verkleinert. Von dem gesamten ehemaligen Werksgelände zwischen den beiden Hasearmen wird heute nur noch knapp ein Drittel benötigt. Das übrige Gelände, wegen seiner innenstadtnahen Lage von größtem Wert, wurde zunächst saniert und soll durch Schaffung von Wohnraum, Ansiedlung von kleineren Unternehmen und Gestaltung von Grünanlagen städtebaulich, ökonomisch und ökologisch wieder belebt werden. Einen Schwerpunkt dieser sogenannten 'Revitalisierung' bildet die Alte Hase. Trotz der anthropogenen Überformung konnten sich an und in dem Flussarm typische Vegetationsstrukturen der Aue in Fragmenten erhalten wie z. B. ein Auenwaldrest. Diese Strukturen galten als Leitbild für die Haserevitalisierung und so entstand ein weiteres Naherholungsgebiet im Stadtbereich, der Grünzug Haseaue. Die auffälligsten Änderungen gibt es im Haseabschnitt zwischen Carl-Fischer-Straße und dem Betriebsgelände der Fa. Magnum. Hier entstand wieder ein mäandrierender Flusslauf mit Inseln und Stillwasserzonen. (Fotos, Beginn des Uferweges, Hase-Revitalisierung) An den abwechslungsreich gestalteten Ufern sind nun typische Auenwaldgehölze angepflanzt worden, Wege und Bänke entlang der breiten Gewässerränder laden zum Spazieren oder zum ruhigen Verweilen ein. (Fotos, Hase-Revitalisierung) Im Bereich des VSG-Betriebsgeländes sind die Betonschalen, mit denen das Flussbett ausgekleidet war, entfernt worden. Um Stillgewässerzonen zu schaffen hat man künstliche Deiche aufgeschüttet. Die Pyramidenpappeln, die noch den alten Haseverlauf markieren, sind bei diesen Maßnahmen überwiegend erhalten geblieben. (Fotos, Pyramidenpappeln) Hinter dem Betriebsgelände beginnt der Hasepark. In diesem Abschnitt finden wir entlang der Hase alte Gehölzbestände, die sich im weiteren Flussverlauf zu einem Auenwaldrest verdichten. Ahorn, Gemeine Esche, Weide und Pappel bilden den typischen Baumbestand.(Fotos, Auenwaldrest)

Alte Hase vor und nach der Revitalisierung

Regenwasserklärbecken

An der Rothenburger Straße direkt neben der Hase entsteht zur Zeit ein weiteres Regenwasserklärbecken. In diesem Becken wird das verschmutzte Regenwasser, bevor es in die Hase fließt, auf mechanische Weise gereinigt. Auf dem umliegenden Gelände soll eine Hügellandschaft mit Grünanlagen entstehen. Die Alte Hase endet vor der Hamburger Straße hinter dem ehemaligen Verwaltungsgebäude der Firma Klöckner. Hier vereinen sich die beiden Hasearme wieder zu einem Fluss.

Bruchstraße

Wir unterqueren die Bahnlinie auf einem Fußweg neben der Hase und erreichen den Niedersachsenplatz. Hier auf dem Gelände vor dem Hauptbahnhof erstreckte sich noch vor etwa 100 Jahren ein fischreiches Gewässer, von den Osnabrückern früher liebevoll der 'Neustädter Dümmer' genannt. Es war damals schon von der Hase abgeschnitten und in Verlandung begriffen. Der Name Bruchstraße erinnert noch heute an die ausgedehnten Sumpfzonen, wo sich Wildenten, Schwäne, Wasserhühner und sogar Fischotter heimisch fühlten. Die Wiesen am Rande dieses Gewässers, die sogenannte Rosenbleiche, nutzten die Anwohner damals zum Bleichen und Trocknen ihrer Wäsche. Der Bereich zwischen der Bruchstraße und dem Wallring wurde in den 60er Jahren am Bahnhof überbaut um Parkplätze für ca. 50 Autos zu schaffen. Die Hase schien dort plötzlich zu verschwinden und kam erst jenseits des Konrad-Adenauer-Ringes, im Innenstadtbereich, wieder zum Vorschein. Inzwischen ist die zubetonierte Hase an dieser Stelle wieder geöffnet. (Fotos, Von der Bahnunterquerung über die Bruchstraße zum Hauptbahnhof)

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