„Wassernutzung heute und früher“

Kurzbeschreibung des Projektvorschlags 3

Dieses sehr weitgreifende Projekt bezieht sich nicht speziell auf den Pappelgraben, führt aber über die Auseinandersetzung mit der alltäglichen Wassernutzung hier und in anderen Ländern zur Bedeutung und Nutzung der Osnabrücker Hase und von dort aus wieder zurück zum Pappelgraben.

Zunächst steht die vielseitige Nutzung des Wassers in unserem Alltag im Mittelpunkt. Für welche Zwecke nutzen wir Wasser? Wie viel Wasser verbrauchen wir dabei und welche Folgen hat die Verschmutzung des Wassers? Entscheidend ist, dass die Schüler eigene Möglichkeiten herausarbeiten, wie sie selbst zum Wassersparen beitragen können. Auch die Schule sollte dabei nicht unbeachtet bleiben. Wie hoch ist hier der Wasserverbrauch? Auf welchem Wege könnte die Wassernutzung umweltfreundlicher gestaltet werden? Diese Arbeit schließt die Untersuchung der Schule und Gespräche mit dem Hausmeister, der Schulleitung oder auch mit außerschulischen Experten (Stadtwerke) ein.

Nach dem zuvor behandelten globalen Wasserkreislauf gilt es nun, die Wege des Wassers vom Wasserwerk über die Häuser zum Klärwerk zu verfolgen. Das Projekt strebt an, die Schüler für den hohen Wert des Wassers zu sensibilisieren. Hinter der Selbstverständlichkeit, dass Wasser aus der Leitung jederzeit verfügbar ist, steht ein aufwendiger und kostspieliger Gewinnungs- und Reinigungsprozess. Der Verbrauch des Wassers übersteigt in unserer Gesellschaft die Regenerationskräfte der Natur. Hier liegt es nahe, den Blick auf die Wassernutzung in anderen Ländern der Welt zu richten. Wie erleben Kinder in anderen Ländern den alltäglichen Umgang mit der Ressource Wasser?

Neben der Berücksichtigung der globalen Perspektive liegt in Bezug auf das lokale Umfeld auch der historische Blick auf die Wassernutzung in Osnabrück nahe. Osnabrück wurde an der Hase gegründet, da sie für die Menschen ausreichend Trink- und Nutzwasser zur Verfügung stellte. In der Geschichte der Stadt spielt die Hase in vielfältiger Hinsicht eine tragende Rolle (vgl. Kapitel 6.1). Als einen interessanten Aspekt in Hinblick auf die Wasserversorgung lässt sich das gravierende Problem der Haseverschmutzung in der Stadt aufgreifen. Durch die Einleitung von Abwässern wurde nicht nur der Fluss vergiftet, sondern auch das Leben und Wirtschaften in der Stadt gefährdet.

Als geeignetes Beispiel für die wirtschaftliche Nutzung der Hase früher und auch heute kann die Papierherstellung genauer betrachtet werden. Das Wasser spielt hier zum einen als Produktionsmittel zum anderen als Energieversorger eine Rolle. In die Thematik „Papierherstellung und –nutzung“ fließen sowohl sozial-kulturelle Aspekte, wie die hohe Bedeutung von Papier zum Zweck der Kommunikation, als auch ökologische und ökonomische Aspekte ein.

Es lässt sich ein Bezug zu aktuellen und historischen Gegebenheiten herstellen, die auf lokaler und globaler Ebene betrachtet werden können. Zudem kann Papierschöpfen zur handelnden Auseinandersetzung mit dem Untersuchungsgegenstand dienen. Diese Thematik ist also als Ansatzpunkt für BNE sehr gut geeignet.

Die Nutzung der Wasserkraft als alternative Form der Energiegewinnung bringt immer auch Veränderungen für die Umwelt mit sich, da der Stau des Wassers den Lebensraum Fließgewässer stark beeinträchtigt. Auch Wohngebiete von Menschen können durch Staudammprojekte gefährdet werden. Im Sinne nachhaltiger Entwicklung sollten diese Aspekte nicht ausgeblendet werden. In Bezug auf Osnabrück kann die aktuelle politische Diskussion um die Schaffung der ökologischen Durchgängigkeit der Hase, die sich mit der Wasserkraftnutzung nicht vereinbaren lässt, mit den Schülern aufgegriffen werden. Die Gestalt der Hase hat sich in den letzten Jahren an einigen Abschnitten in der Stadt wieder deutlich verändert (vgl. Kapitel 6.1). Ihre Bedeutung als Lebensraum für Tiere und Pflanzen, als Erholungsraum für die Menschen und als ansprechender Gestaltungsaspekt des Stadtbildes hat zugenommen. Das zeigt sich z.B. am Hasepark auf dem ehemaligen Industriegelände der Klöckner-Werke. Hier wurde die Hase revitalisiert. Sie ist in diesem Abschnitt gut zugänglich und bietet sich daher für Untersuchungen an. Vor Ort können die Schüler erfahren, was Revitalisierung bedeutet. Die Umbaumaßnahmen an der begradigten Hase haben wieder Platz für Tiere und Pflanzen geschaffen. Mit Rückbezug auf den Pappelgraben können die Schüler Überlegungen anstellen, ob und wo auch hier Revitalisierungsmaßnahmen wünschenswert wären. Die entwickelten Vorschläge und Fragen könnten an die zuständigen Behörden (Stadtwerke, Stadt Osnabrück) gerichtet werden. Hier bietet sich zudem die Zusammenarbeit mit der Erich-Maria-Remarque-Realschule an, die ebenfalls Mitglied des Hase-Netzwerkes ist.

Tabelle mit Zielsetzungen, methodischen Hinweisen, Bezügen zu Fächern und Kerncurricula sowie Literatur- und Internetempfehlungen (?)


(1) Diese Projektvorschlag (einschließlich der Tabelle und den Bezügen zu den Kerncurricula) zum Pappelgraben stammt aus: Lena Hammel: Bildung für eine nachhaltige Entwicklung an Grundschulen: Konzeptionelle Grundlagen und Möglichkeiten der Umsetzung am Beispiel urbaner Gewässer in Osnabrück, 2006 (Examensarbeit)

Seite zuletzt geändert am 09.06.2008 19:40 Uhr