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Die Weide – (Salix alba)

Verbreitung:

Die Silberweide kommt in Europa, sowie West- und Nordasien vor. Sie gehört zu den wichtigsten Gehölzen der Auenwälder, Ufergebüsche und Überflutungsgebiete.

Artenmerkmale:

  • Höhe: bis 30 m
  • Durchmesser:
  • Alter:
  • Blätter:
Das Blatt ist lanzettlich, am Rande gesägt und wechselständig angeordnet. Die Länge der Blätter beträgt 6- 10 cm. Auf der Blattunterseite sind silbrig glänzende Härchen zu erkennen. Die kurz gestielten Blätter drehen sich leicht bei Luftbewegungen, so dass die behaarten Unterseiten im Sonnenlicht zu dem silbrigen Schimmer führen, der dem Gehölz den Namen gab.
  • Blüte:
Blattaustrieb und Blüte entwickeln sich zusammen von April bis Mai. Die zweihäusige Salix alba gehört damit zu den spätblühenden Weidenarten. Die weiblichen Kätzchen erkennt man daran, dass sie kleiner und dünner sind als die männlichen. Die Fruchtreife erstreckt sich von Mai bis Juni. Die Samen sind zwischen Juni und Juli ausgereift und tragen lange weisse Haare, die als Flughilfe dienen. Bei optimalen Bedingungen keimen die Samen innerhalb weniger Stunden.
  • Wurzelsystem:
Die Silberweide ist ein Baum der Auen und bildet zur Anpassung an den Lebensraum ein fein verzweigtes, dichtes und flaches Wurzelsystem. Abgebrochene Äste können Adventivwurzeln bilden und spielen somit eine wichtige Rolle in der vegetativen Verbreitungsart.

Standortansprüche

Dank ihrer ausgeprägten Stockausschlags- und Regenerationsfähigkeit konnte sich die Silberweide an die Dynamik der Auenwälder anpassen. Salix alba liebt nasse, kalkhaltige bis mässig saure Ton- oder Schlickböden und kann jährliche Überflutungen von durchschnittlich 90- 190 Tagen und in Extremfällen bis zu 300 Tage unbeschadet überleben.

Ökologische Bedeutung

Die Silberweide kann zur Stabilisierung von grösseren und kleineren Fließgewässern eingesetzt werden und ist allen massiven Uferverbauungen am Gewässerverlauf überlegen. Mit der zunehmenden Gefahr der Überschwemmungen kann sie dank ihrer Robustheit und ihrem breitflächigen Wurzelsystem Erosionen vermindern. Zudem ist sie stadtklimatauglich, salztolerant und gehört zu den Rohbodenpionieren. Sie besiedelt so genannte Sekundärstandorte wie Gräben, Ufer von Restgewässern oder ehemaliger Entnahmestellen von Sand, Kies, Ton und Lehm. Die Silberweide kann ebenfalls als Haldenbegrünung, zur Rekultivierung von Anbauflächen (Bodenverbesserung) oder als Windschutzgehölz eingesetzt werden. Das Weidengehölz bietet dank seiner Form einer Vielzahl von Insekten- und Vogelarten einen idealen Lebensraum. Das Ausbreitungsgebiet überschneidet sich ebenfalls mit dem des Bibers. Er baut seine Wohnburgen meist in der Nähe von Weiden und benützt sie als Nahrungsquelle. Die Gattung Salix bildet auch eine Lebensgrundlage für verschiedene Pilzarten, von denen sich einige auf die Silberweide spezialisiert haben.

Holzeigenschaften

Baumweiden sind Kernhölzer mit einem hellrötlich bis braunroten Kern. Das Holz der Weide ist weich, wenig belastbar, gut spaltbar und biegsam. Es lässt sich mit anderen Materialien wie Nägel, Schrauben und Leim bearbeiten. Früher wurden die Ruten der Weide für die Korbflechterei und zum Binden von Weinreben verwendet. Neben der Korbflechterei kann das Holz für viele Zwecke, wie zum Beispiel Spielwaren, Holzschuhe, Prothesen, Streichhölzer sowie für Stiegen und Stallböden verwendet werden.

Quelle:

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Seite zuletzt geändert am 09.04.2006 17:08 Uhr · Seitenaufrufe: 1373