Osnabrück und der Boden (Fachdienst Umweltplanung /Fachbereich Umwelt und Klimaschutz (68) u.a.)

Die Intensität, mit der man sich in Osnabrück mit dem Thema Boden befasst (http://www.osnabrueck.de/gruenumwelt/33316.asp), erkennt man zum Beispiel daran,

  • dass Osnabrück mit dem Projekt "Faszination Boden" als weltweites Expo-Projekt 2000 anerkannt und gefördert wurde;
  • dass Osnabrück der Sitz des Europäischen Sekretariates des Europäischen Boden-Bündnisses der Städte, Kreise und Gemeinden ist (European Land and Soil Alliance (ELSA) e.V);
  • dass Osnabrück mit der bundesweit einmaligen Dauerstellung "Unter.Welten" zum Thema Boden im „Museum am Schölerberg“ dessen Bedeutung in den Mittelpunkt rückt;
  • dass an der Fachhochschule eigenständige Studiengänge "Boden, Gewässer und Altlasten (M.Sc.) und Bodennutzung und Bodenschutz (M.Sc.)" eingerichtet wurden.
  • Darüber hinaus haben die Publikationen "Osnabrück und seine Böden" sowie die Entwicklung eines „Kartier- und Bewertungsschlüssel" (Bodenfunktionsbewertung in Osnabrück,2.Auflage 2009) wichtige Informationen zum Thema Boden allgemein und Boden speziell geliefert.

Mit dem EXPO-Projekt "Faszination Boden" wurden 2000 erstmals alle regionalen und überregionalen Akteure zusammengebracht und konkrete Ideen u.a. für die nachhaltige Umweltbildung entwickelt: Exkursionen für Fachwelt und Schulen, Umweltmobil mit Schwerpunkt Boden (für Schulen), kulturelle Angebote wie die Bodensinfonie, Rodefelds Kleine Bodenkunde im Straßenraum, Schul- und Familienprogramme an allen Bodenstandorten in der Region. Das Expo-Projekt schob auch die Entwicklung der Bodenausstellung "Unter.welten" im Museum am Schölerberg an.

Als nächste Schritte kamen die Ausstellungserweiterung unter.Welten, die Verbindung mit dem Zoo zum unterirdischen Zoo und viele weitere didaktische Programme rund um das Museum Schölerberg dazu.

Das Bodenbündnis europäischer Städte, Kreise und Gemeinden (European Land and Soil Alliance - ELSA e.V.) ist ein nicht gewinnorientierter, gemeinnütziger Verein mit Mitgliedern in zehn Staaten der europäischen Gemeinschaft. ELSA e.V. versteht sich als europäisches Netzwerk und als Lobbyist für den Bodenschutz.

Besonders im Erfahrungsaustausch und der Kommunikation von positiven und innovativen Ideen, Methoden und Projekten sieht ELSA e.V. ein geeignetes Instrument, um eine bessere Berücksichtigung des Umweltmediums Boden in kommunalen Planungsverfahren zu erreichen und Stadtentwicklung nachhaltiger zu gestalten. Positive Beispiele (best-practices) werden z.B. im Rahmen der jährlichen Jahrestagung oder mittels der Vereinszeitschrift „Local Land and Soil News“ kommuniziert.

Darüber hinaus steht die Projektarbeit im Mittelpunkt der Aktivitäten. Exemplarisch kann das BMBF-geförderte Projekt „Freifläche!“ genannt werden. Das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium in Osnabrück war eine der beteiligten Modellschulen. Im Rahmen von „Freifläche!“ wurden innovative, BNE-konforme Materialien entwickelt, um Jugendliche für die Flächenverbrauchsproblematik zu sensibilisieren und Lehrenden Instrumente an die Hand zu geben, das Thema im Unterricht aufzugreifen. Dieser Ansatz wird mit der diesjährigen Winterschool "Untersuchung und Reflexion der Natur mit Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) - Schwerpunktthema Boden" weiterentwickelt (Zielgruppe: Lehramtsstudierende).

Aus dem städtischen kommunalen Bereich sind hier noch Projekte zu nennen, die zumindest in Deutschland erstmalig oder mit einem gewissen Vorbildcharakter durchgeführt wurden:

  • Der Stadtteil Wüste ist Deutschlands größte mit Wohnhäusern bebaute Altlastenfläche. Die Untersuchung und Sanierung der Altlast wurde durch das entwickelte Kommunikationsmodell zu einem Vorzeigeprojekt.
  • Das schon seit mindestens 15 Jahren laufende Entsiegelungsprogramm (Schulhofentsiegelungen, Straßenteilentsiegelungen, Parkplatzentsiegelungen, Entsiegelung alter Industrie- und Gewerbestandorte)
  • Seit 2006 besitzt die Stadt Osnabrück mit dem Konzept zur Bodenfunktionsbewertung und ihre verbindliche Einbindung in die Bauleitplanung ein praxisnahes Instrument des vorsorgenden Bodenschutzes.


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