Woher kommt es - wohin geht es? Wasser in Osnabrück (Ute Vergin - Einleitung)

Jede Stadt hat ihre eigene typische Geschichte, die sich in vielen Bereichen von der Geschichte anderer Städte abhebt. Lange Zeit war es üblich, unter „Geschichte“ stets die politische oder wirtschaftlich/ soziale Geschichte eines Staates, einer Stadt oder einer bestimmten Menschengruppe etc. zu verstehen. Es ist noch nicht sehr lange her, daß erstmals auch von „Umweltgeschichte“ gesprochen und damit der Be-reich der Historie erweitert wurde. Dabei ist Umweltgeschichte nicht unbedingt eine „neue“ Geschichte. Neu ist allerdings die Art und Weise, wie Vorgänge der Vergangenheit betrachtet werden. Und größtenteils neu sind die Inhalte, die zum Forschungsgegenstand werden, zum Beispiel die Geschichte ei¬nes Flusses oder, wie hier, die Geschich¬te der Wasserver- und entsorgung in Osnabrück. Aber nicht nur diese anderen Inhalte stehen im Vordergrund, sondern die stete Auseinandersetzung der Menschen mit ihrer Umwelt. Informationen über das „Gestern“ der eigenen Umwelt geben Erklärungsmöglichkeiten für den heutigen Zustand und regen an, das „Heute“ zu beobachten, zu analysieren, zu bewerten und sich gegebenfalls Gedanken darüber zu machen, was verändert oder verbessert werden könnte. So bietet Geschichte die Möglichkeit, über die Gegenwart hinaus zukunftsorientiert zu denken. Und da sich das Projekt NUSO mit städtökologischen Fragen beschäftigt, steht bei unserer Arbeit natür-lich die Stadt Osnabrück im Vordergrund. Inhaltsschwerpunkt dieses Buches aus der Reihe „Osnabrücker Hefte zur Stadtökologie“ ist die Frage, wie es sich in Osnabrück lebte, als es die heute so selbstverständlichen Einrichtungen wie Wasserleitung, Kanalisation und Klärwerk noch nicht gab. Lebensqualität, Gesundheit bzw. Krankheiten standen damit in engem Zusammenhang. Weiter wird beschrieben, welche dramatischen Ereignisse letztendlich dazu führten, daß diese aus städtehygienischer Sicht so sehr notwendigen Errungenschaften in Osnabrück Einzug halten konnten. Schließlich wird auch kurz berichtet, wie es heute in Osnabrück aussieht. Insgesamt wurden für dieses Buch mehr als 1.500 Zeitungsartikel aus dem Zeitraum seit 1850 gesich-tet und ausgewertet, damit ein an-schauliches Bild entstehen konnte. Die kurze Beschreibung eines „Wasser-Stadtrundganges“ soll aufzeigen, wo man sich in Osnabrück selbst ein Bild von vergangenen und gegenwärtigen Verhältnissen machen kann. Im Nachwort von Dr.Gerhard Bec¬ker wird der enge historische Rahmen auf die aktuellen und akuten Problematiken der Gegenwart und der Zukunft ausgedehnt, wobei der Agenda 21 eine große Rolle zukommt. Ein bißchen Werbung in eigener Sache muß auch sein: Daher wird auf den letzten Seiten die Arbeit von NUSO und dessen Trägerverein „Verein für Ökologie und Umweltbildung Osnabrück e.V.“ vorgestellt. Interessierte und Neugierige sind herz-lichst willkommen.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei all denen bedanken, die bei den Recherchen und der Ausführung so freundlich geholfen haben, vor allem Herrn Schultze von den Stadtwerken Osnabrück. Er stellte zahlreiches Bildmaterial zur Verfügung, ermöglichte eine Besichtigung des Wasserwerkes Wittefeld und hatte sehr viel Zeit für uns. Ferner bedanke ich mich bei Herrn Rahe vom Umwelt-amt der Stadt Osnabrück für die überlassenen Fotografien. Ganz besonders bedanken möchte ich mich bei Herrn Günter Terhalle, Mitglied des Vereins für Ökologie und Umweltbildung Osnabrück e.V. und langjähriger NUSO-Mitarbeiter, für seine tatkräftige Hilfe und Unterstützung, auch für seinen anteilneh-menden Trost, wenn wieder einmal der Rechner abgestürzt war!

Ute Vergin, April 1998


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