Sparen macht auch in der Schule Spaß

Die Energiesparbilanz der Gesamtschule Schinkel: 230000 Euro in zehn Jahren

OSNABRÜCK. Damals waren sie Vorreiter. Inzwischen gehört Energiesparen zum gesellschaftlichen Konsens. Doch ohne langen Atem geht's auch heute nicht: Durch Veränderungen In der Technik und im Nutzerverhalten sparte die Gesamtschule Schinkel (GSS) als einzig verbliebener Teilnehmer eines Energiesparkontraktprogramms mit der Stadt in zehn Jahren insgesamt gut 230000 Euro Energiekosten ein. So die vorläufige Bilanz.

„Es waren teilweise nur Kleinigkeiten, die abgestellt wurden", berichtet Ferdinand Heetderks. Er ist Leiter des Hauptschulzweigs und hat das vor zehn Jahren ins Leben gerufene Projekt gemeinsam mit Rudolf Günther, Fachdienstleiter technische Betriebe der Stadt, an der Gesamtschule umgesetzt. Verbrauchsmessungen wurden durchgeführt sowie Zeitschaltuhren und Bewegungsmelder installiert, um die Energiekiller zu überführen. Aber vor allem schärften Schüler, Lehrer, Hausmeister und Küchenpersonal ihr Bewusstsein für einen schonenden Umgang mit den Ressourcen.

Seitdem bleibt kein Licht, kein Wasserhahn und kein Heizkörper zu lange an. „Heute werde ich angerufen: .Macht doch mal was! Die Lüftung in der Turnhalle ist an, obwohl kein Sportverein drin ist!'", erzählt Günther. Zuletzt wurde er im Mai bei sommerlichen Temperaturen benachrichtigt, dass im Schulgebäude die Heizungen auf vollen Touren liefen. Es stellte sich heraus, dass der Thermostat draußen zertrümmert worden war und Frost anzeigte. Im Schinkel ist man sensibilisiert.

So konnten an der GSS in zehn Jahren Kosten in Höhe von rund 16000 Euro für Wasser, 46000 Euro für Strom und 167000 Euro für Wärme eingespart werden.,

Die erwirtschaftete Gesamtsumme von 230000 Euro hilft nicht nur der Umwelt, sondern auch Schule und Stadt: Es wurde vertraglich vereinbart, dass von den eingesparten Mitteln 25 Prozent in den städtischen Haushalt fließen, 35 Prozent für weitere Sparmaßnahmen an der Schule reinvestiert werden und 40 Prozent der Schule frei zur Verfügung stehen.

Von diesen frei verwendbaren, seit 1997 an die Schule gezahlten 92000 Euro wurden beispielsweise Rechner und Schränke angeschafft. „Natürlich ist das Geld ein großer Vorteil, aber uns geht es vor allem um die Reduktion von CO2", bemerkt Energiesparbeauftragter Heetderks. Davon hat seine Schule in dem Zeitraum insgesamt 1240 Tonnen vermieden.

Schöne Erfolge - doch wie geht es weiter? Das weiß Günther noch nicht: „Die Kooperation ist gut und sinnvoll, doch sie ist auch sehr arbeitsintensiv." Ursprünglich hatten sich vier Schulen am Energiesparprojekt beteiligt, aber bis auf die GSS sind diese im Laufe der Zeit aus verschiedenen Gründen alle abgesprungen. Für Günther ist klar, dass das Programm weiterlaufen soll - aber unter modifizierten Bedingungen, die den Schulen den Einstieg erleichtem sollen.

„Der Erfolg des Projekts hängt stark von der Betreuung in der Schule ab", erklärt Günther. Heetderks sendet schon mal umweltfreundliche Signale: „Wir möchten das Modell fortführen."

Bildunterschrift: 230000 Euro: So viel Geld hat die Gesamtschule Schinkel an Energie eingespart. Das Foto mit Hauptschulleiter Ferdinand Heetderks (links) und Rudolf Günther von der Stadt wurde im Tresorraum der Sparkasse gemacht.

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