Themenfeld Interkulturelle Bildung - Einführung

(Stand 17.10.07)*:

Interkulturelle Bildung - oft auch interkulturelles Lernen genannt - ist in Deutschland im wesentlichen eine pädagogische Reaktion (Problemfeldpädagogik) auf die sich ändernde gesellschaftliche Problemlage und -sicht, die durch die faktische Einwanderung, die politischen Reaktionen darauf sowie die allgemeine gesellschaftliche Debatte und Kommunikation darüber hervorgerufen wurde. Ausgangspunkt waren in der alten Bundesrepublik die "Gastarbeiter" der 50er Jahre, inzwischen geht es um die faktische "multikulturelle" Gesellschaft sowie die immer enger werdenden weltweiten Vernetzung im Zuge der Globalisierung. Diese nationalen und internationalen Veränderungen haben sich in einer Reihe unterschiedlicher Konzepte niedergeschlagen, für die verschiedene Begriffe verwendet werden, z.B. spricht man inzwischen auch von Migrationspädagogik. Darüber hinaus kann man sagen, dass die Ausdifferenzierung der Gesellschaft in kultureller, sprachlicher und sozialer Hinsicht eine unhintergehbare Voraussetzung von jeglichen Bildungsprozessen darstellt.

Für den Bereich der Allgemeinbildenden Schulen hat erst 1996 die Kultusministerkonferenz (KMK) Interkulturelle Bildung zum allgemeinen Bildungsziel erklärt (s. "Empfehlung" der KMK), was international ziemlich spät ist. Es gibt einen fließenden Übergang bzw. eine Überschneidung zur Problemfeldpädagogik "Globales Lernen/Globale Bildung", die einen entwicklungspolitischen Entstehungshintergrund hat (s. Einstiegswebsite zum Globalen Lernen) beachtet werden (ggf. eine Abstimmung mit entsprechenden AGs vornehmen!).

Einige Texte im Internet als orientierender Einstieg, z.B.:

  • "Interkulturelle Bildung und Erziehung in der Schule" Empfehlung und Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 25.10.1996). Als pdf von der KMK
  • Umsetzung der Interkulturellen Erziehung in Schulen - eine Bilanz /Umfrage in den Bundesländern Deutschland ( pdf)
  • Interkulturelle Bildung als politische Bildung Text von Auernheimer
  • Unterrichtsmethoden in sozialwissenschaftlichen Fächern: Perspektivenwechsel, Perspektivenübernahme, Wahrnehmung (Text von Holzbrecher)
  • Aufschlussreich ist auch die Rezension des neueren Werkes von Mecheril (Einführung in die Migrationspädagogik 2004), weil dort Kulturalismus der interkulturellen Pädagogik als einseitig kritisiert wird.
  • Weitere Texte (intern für Stud.IP-LVs)
  • Allgemeine Literaturhinweise zur interkulturellen Pädagogik
  • es ist unbedingt eine jeweils aktualisierende und spezifizierende Internetrecherche zu empfehlen! (s. auch 2.)

Teilthemen:

Angesichts der Komplexität des Themas kann man bei der Beschäftigung folgende Teilthemen unterscheiden:

1. Konzept- und Theoriegeschichte:

Von der Ausländerpädagogik zur modernen interkulturellen Bildung, Migrationspädagogik oder transkulturellen Pädagogik:

Bei diesem Thema geht es um die Kenntnis der Entwicklung der wichtigsten Konzepte, ihren politischen und theoretischen Hintergründen, den Unterschieden und Gemeinsamkeiten. Material dazu findet man in vielen Büchern zur interkulturellen Pädagogik (s. Literaturliste). Interessant ist dabei insbesondere, dass sich die verschiedenen historischen Darstellungen auch unterscheiden, insbesondere in der Phaseneinteilung und den identifizierten Hauptkonzepten der Entwicklung. Möglichst mit illustrierenden Beispielen aus der früheren Praxis (s. interne Texte für Stud.IP-LVs)

2. Transkulturelle Bildung

So bezeichnet sich eine neuere Richtung der interkulturellen Pädagogik, die sich vor dem Hintergrund von Entwicklungen der Globalisierung von früheren Konzepten der Interkulturellen Pädagogik deutlich abgrenzt und hier herausgehoben werden soll. Es gibt dazu schon Literatur - z.B. Datta, A. (Hrsg.): Transkulturalität und Identität, Frankfurt a.M./London) - z.B. Heft 4/2006 der Zeitschrift ZEP (Z. f. Internationale Bildungsforschung...) - und im Internet erreichbare Texte, z.B.: Transkulturalität – eine Herausforderung für Schule und Lehrerbildung pdf - Transkulturelles Lernen Text

3. Aktuelle Konzepte, Empfehlungen, Materialien und Beispiele:

Viele staatliche Stellen aber auch andere Einrichtungen und Verbände haben dazu einiges herausgebracht und meistens im Internet zur Verfügung gestellt, das hier exemplarisch vorgestellt werden soll, z.B.

4. Zum Verhältnis von Interkultureller und Allgemeiner Bildung:

Das Prinzip der Interkulturalität stellt potentiell den Allgemeinheitsanspruch von Allgemeiner Bilder in Frage. Dieser spannenden Frage wurde 1995/96 auf einer wissenschaftlichen Arbeitstagung zur Interkulturelle Bildung der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) in Münster nachgegangen. Bezugspunkt war die Theorie der Allgemeinbildung von Klafki hinsichtlich ihres Allgemeinheitsanspruchs!! (Beiträge der Arbeitstagung, mehrere pdf-Dateien, insgesamt 93 Seiten, Download 2 von Osnabrück).

5. Interkulturelle Bildung in ausgewählten anderen Ländern:

Freie Recherche nach Ansätze in anderen Ländern (je nach Interesse und Sprachkenntnissen) der diesen Teil übernehmenden Studierenden und ggf. Vergleich mit deutschen Konzepten und Praxisansätzen.

6. Interkulturelle Umweltbildung

ist ein bisher weder im Bereich der Interkulturellen Bildung noch in der Umweltbildung (s. Website Umweltbildung - Einführung) intensiv verfolgtes Thema, das gleichwohl sehr wichtig ist - national und regional, aber auch international und global. Interkulturelle Umweltbildung widmet sich vorrangig Umweltproblemen in multikulturellen Gesellschaften oder der interkulturellen Kommunikation und Verständigung in internationalen Kontexten (weitere Informationen).


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