unesco aktuell Deutsche UNESCO-Kommission Pressemitteilung UNESCO Berlin, 15. Juni 2007

Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Schule – Kultusministerkonferenz und Deutsche UNESCO-Kommission stellen gemeinsame Empfehlung vor

Die Kultusministerkonferenz und die Deutsche UNESCO-Kommission haben am Freitag in Berlin erstmals eine gemeinsame Empfehlung zur „Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Schule“ verabschiedet. Ziel ist es, das Verständnis junger Menschen für die komplexen Zusammenhänge zwischen Globalisierung, wirtschaftlicher Entwicklung, Konsum, Umweltbelastungen, Bevölkerungsentwicklung, Gesundheit und sozialen Verhältnissen im Unterricht zu fördern.

„Nachhaltige Entwicklung ist eines der wichtigen Bildungsthemen unserer Zeit und die Schule dafür ein geeigneter Lernort“, sagte der Präsident der Kultusministerkonferenz, Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner. „Wir unterstützen daher die Initiative der Vereinten Nationen und werben dafür, Bildung für nachhaltige Entwicklung in den Schulen zu stärken. Uns ist wichtig, dass Schülerinnen und Schüler in diesem fachübergreifenden Lernfeld fundiertes Wissen erwerben. Sie sollen darüber hinaus lernen, in konkreten Situationen die Auswirkungen ihres eigenen Handelns einzuschätzen.“ Die gemeinsame Empfehlung enthält daher konkrete Hinweise, wie Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Schule umgesetzt werden kann. Zum Hintergrund: Die Vereinten Nationen haben für die Jahre 2005 bis 2014 die Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgerufen.

Der Präsident der Deutschen UNESCO-Kommission, Walter Hirche, erklärte: „Das Ziel der UN-Dekade ‚Bildung für nachhaltige Entwicklung’ ist es, jedem Einzelnen die Kompetenzen und Werte zu vermitteln, die für die Gestaltung einer menschenwürdigen Zukunft erforderlich sind. Nicht zuletzt angesichts des drohenden Klimawandels hat dieses Anliegen höchste Priorität. Ich begrüße es daher sehr, dass die Kultusministerkonferenz und die Deutsche UNESCO-Kommission gemeinsam einen wichtigen Schritt zur Verankerung des Leitbilds der nachhaltigen Entwicklung in der Schule machen.“ Die Empfehlung wurde mit Hilfe des von der Deutschen UNESCO-Kommission berufenen Dekade-Nationalkomitees in einem partizipativen Prozess unter Einbeziehung zahlreicher staatlicher und zivilgesellschaftlicher Akteure erarbeitet.

Kultusministerkonferenz und Deutsche UNESCO-Kommission treten gemeinsam dafür ein, nachhaltige Entwicklung in vielen Fächern und in fachübergreifender Form zu thematisieren und als wichtiges Anliegen des Schullebens zu gestalten. Der Präsident der Kultusministerkonferenz wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Bildung für nachhaltige Entwicklung in den Schulen keineswegs neu sei. „Ökologische, wirtschaftliche und soziale Zusammenhänge in globalen Bezügen sind bereits in vielen Lehrplänen enthalten. Mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung haben wir am Donnerstag einen Orientierungsrahmen für den Lernbereich `Globale Entwicklung` vorgestellt. Ich begrüße es, dass immer mehr Schulen Bildung für nachhaltige Entwicklung in ihr Schulprogramm aufnehmen.“

In der Grundschule eignet sich das interdisziplinär angelegte Fach Sachunterricht besonders gut für die Vermittlung von Themen der nachhaltigen Entwicklung. Im Sekundarbereich soll eine verstärkte Integration von Themen der nachhaltigen Entwicklung in den jeweiligen Fächern angestrebt werden. Ziel ist dabei ein systematischer Kompetenzerwerb. In der Lehrerbildung wird angestrebt, angehenden Lehrerinnen und Lehrern bereits in der Erstausbildung Kompetenzen in diesen Themen zu vermitteln.

UNESCO aktuell (UA), Pressemitteilungen der Deutschen UNESCO-Kommission e.V. Redaktion: Dieter Offenhäußer, Colmantstraße 15, 53115 Bonn Telefon: 0228-60497-11 • E-Mail: offenhaeusser@unesco.de • Internet: www.unesco.de Die Deutsche UNESCO-Kommission e.V. ist eine vom Auswärtigen Amt geförderte Mittlerorganisation der deutschen Auswärtigen Kulturpolitik

Empfehlung zur „Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Schule“

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