Grundschule in der Wüste

Forscherexpedition in den Hasepark

Mit der Forscherexpedition in den Hasepark wurde das Ziel verfolgt, die Aufmerksamkeit der Schüler auf die Osnabrücker Hase als bedeutsames städtisches Gewässer in ihrem Wohnort zu lenken. Die vorausgestellte gedankliche und die daran anschließende erlebnisorientierte und forschende Auseinandersetzung mit dem Gewässer vor Ort sollte den Schülern einen ersten Eindruck von der vielseitigen Bedeutung und Nutzung des Stadtflusses (und seiner Umgebung) vermitteln. Zudem stand die Sensibilisierung der Schüler für den hohen Wert der natürlichen Ressource Wasser im Vordergrund. Sie sollten auf diesem Wege dazu angeregt werden, ihre persönliche Wertschätzung des Wassers zu reflektieren.

Die Exkursion in den Hasepark sollte den Schülern ermöglichen, die drei typischen Auenwaldgehölze: Weide, Schwarzerle und SchwarzPappel (bzw. Pyramiden-Pappel), in ihrem natürlichen Lebensraum kennen zu lernen. Die Gewässeruntersuchungen zielten zum einen auf die bewusste, sinnliche Wahrnehmung des Gewässers und seiner Erkundung als Lebens-raum für Kleinlebewesen ab, zum anderen sollten die Schüler hier an wissenschaftliches Arbeiten herangeführt werden (genaues Beobachten, Messen, Vergleichen...). Darüber hinaus sollte den Schülern, mit Bezug auf die Geschichte der Alten Hase, auf spielerische Weise die Folgen von Flussbegradigungen, sowie die Wirkung und der Nutzen von Revitalisierungsmaßnahmen verdeutlicht werden.

Insgesamt erlebten die Schüler den Hasepark sowohl als natürlichen Lebensraum für Tiere und Pflanzen, als auch als stadtnahen Erlebnis- und Erholungsraum. In Hinblick auf die neuen Kerncurricula des Sachunterrichts ließen sich diese Ziele mit folgenden Vorgaben zu Kenntnissen und Fertigkeiten vereinbaren:

  • Abhängigkeiten von Lebewesen zueinander und Lebensgemeinschaften beschreiben
  • Sichtbare Auswirkungen von Veränderungen durch Menschen erkennen
  • Natur als begrenzte Ressource erkennen
  • Umweltbewusstsein entwickeln (vgl. Niedersächsisches Kultusministerium 2006a, S. 25, online, 10.08.2006).

Vorbereitungsstunde:

Als Einstieg und gleichzeitig als verbindende thematische „Klammer“ um Vor- und Nachbereitungsstunde diente eine Schatzkiste, die das kostbarste Gut der Welt verborgen hält (Wasser). Die Kiste blieb jedoch vorerst verschlossen und die Schüler notierten eigene Vermutungen über den Inhalt der Schatzkiste auf einem Zettel. Die Vorschläge der Schüler die unkommentiert für die Nachbereitungsstunde aufbewahrt wurden, bezogen sich überwiegend auf Geld (Gold, Diamanten), daneben wurden Nahrungsmittel (Süßigkeiten, Salz, Essen), Pflan-zen, Wasser und das Leben genannt.

Nach diesem allgemeinen Einstieg folgte die spielerische Einstimmung auf die Exkursion. In einer Kombination von Bilderrätsel und Galgenraten setzten die Schüler gemeinsam sowohl das Lösungswort „HASEPARK“, als auch ein Foto aus dem Hasepark zusammen. In einem anschließenden Gespräch identifizierten die Schüler der Hasepark als Park am Osnabrücker Stadtfluss „Hase“. Im Stuhlkreis wurde nun der bereitgestellte Stadtplan zur Orientierung herangezogen.

Die Schüler entdeckten u.a. ihre Schule, die Hase, den Bahnhof und auch den Hasepark und markierten ihre Entdeckungen mit kleinen Spielzeuggegenständen (Häuser, Baum, Auto). Die anschauliche Übersicht bot sich zur Klärung der organisatorischen Fragen zum Ausflug an (Anfahrt, benötigte Materialien,...). Auf einem großen Plakat trugen die Kin-der anschließend ihre Vorstellung von der vielseitigen Nutzung eines Stadtflusses zusammen. Sie nannten überwiegend Aspekte aus dem ökologischen Bereich (Lebensraum verschiedener Tiere). Darüber hinaus wurden aber auch die wirtschaftliche Nutzung (Wasserrad, Fischzucht, Transport von Lebensmitteln) sowie die Nutzung als Freizeit- und Erholungsraum („entlang gehen“, „Fische angucken“, „Frösche fangen“) angeführt. Diese Sammlung könnte in weiterführenden Unterrichteinheiten fortlaufend ergänzt werden. Über einige der genannten Aspekte konnte nun abschließend noch einmal der Bogen zu der geplante Forscherexpedition in den Hasepark geschlagen werden.

Die Forscherexpedition in den Hasepark:

Nachdem die sechs Kleingruppen passend zu ihrer farblichen Kennzeichnung einen Gruppen-namen entwickelt und ihre Forscherausrüstung erhalten hatten, startete die Forscherexpedition mit einer ersten Untersuchung des Haseufers. Die Gruppen erhielten ein Blatt (Weide-, Erle- oder Pappelblatt) und damit die Aufgabe, die passende Baumart zu finden und diese zu zählen. Die Schüler konnten feststellen, dass die Baumarten am Flussabschnitt sehr zahlreich anzutreffen waren. Nach einer Frühstückspause an der blauen Brücke nahmen die Schüler in zwei Großgruppen die Hase genau unter die Lupe. Neben der Messung von Fließgeschwindigkeit und Tiefe, sowie der Untersuchung des Wassers auf Trübung und Geruch, war das Keschern und Beobachten der Gewässertierchen ein spannendes Erlebnis. Im nächsten Abschnitt der Exkursion erhielten die Schüler die Aufgabe, auf dem weiteren Weg drei markierte Bäume der zuvor kennengelernten Baumarten zu finden. War ein Baum entdeckt, stellte sich dieser in einem kurzen Text „persönlich“ vor, der in der Gruppe gemeinsam gelesen wurde. Zudem galt es, eine kleine Aufgabe zu erfüllen, wie z.B. einen Rindenabdruck erstellen, Früchte des Baumes finden oder die Besonderheit des Pappelblattes entdecken. Der dritte und letzte Aspekt der Exkursion beschäftigte sich mit der Revitalisierung des Flussabschnittes an der Firma Magnum. Im Rahmen einer Erzählung mit kurzen spielerischen Sequenzen erfuhren die Schüler von der Geschichte der Alten Hase und erlebten die Folgen von Verbauung und Revitalisierung. Die bereits bekannten Auenwaldgehölze und Gewässertierchen wurden in die Geschichte einbezogen.

Nachbereitungsstunde:

Um den Rückbezug zu der eine Woche zurückliegenden Forscherexpedition in den Hasepark herzustellen, begann die Nachbereitungsstunde in einem Stuhlkreis, in dessen Mitte sich verschiedene Gegenstände des Exkursionstages befanden. Die Kinder erzählten zunächst spontan von ihren Erinnerungen. In einer anschließenden Kritikrunde äußerten sich die Kinder sehr positiv zu der Exkursion. Nur das lange Laufe hatte ihnen nicht so gut gefallen.

Im weiteren Verlauf der Stunde wurden die drei Hauptaspekte der Exkursion (Gewässeruntersuchung, Auenwaldgehölze und Revitalisierung) nochmals aufgegriffen. Die mitgebrachten Blätter konnten die Kinder den Baumarten sicher zuordnen. Die Bedeutung der Gehölze für den Lebensraum Fließgewässer wurde in einem gemeinsamen Kreisgespräch verdeutlicht. Bei der anschließenden Arbeit mit ihren Untersuchungsergebnissen (Messungen und Vorkommen von bestimmten Gewässertierchen) kamen die Schüler zu dem Ergebnis, dass die Gewässerqualität des Haseabschnittes sehr gut sei.

Von dem langen Fremdwort „Revitalisierung“ ließen sich die Schüler nicht abschrecken. Auf dem mitgebrachten Zeitungsfoto erkannten sie den verbauten Flusslauf der Alten Hase und beschrieben in ihren Worten die positiven Veränderungen durch die Revitalisierung. In ihrer Forschermappe hielten sie ihre eigenen, sehr treffenden Übersetzungen fest.

Als Abschluss der Unterrichtsreihe wurde das Geheimnis der Schatztruhe gelüftet. Die Vermutungen der Schüler aus der Vorbereitungsstunde wurden dabei aufgegriffen. Bei der kriti-schen Überprüfung der Behauptung, Wasser sei kostbarer als Gold, gelangten die Schüler zu der Erkenntnis, dass Wasser die Lebensgrundlage von Menschen, Tieren und Pflanzen ist. Ohne Wasser gebe es somit weder Nahrungsmittel noch irgendetwas, das mit Geld und Gold zu erwerben wäre.

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