|
Historischer Überblick
|
|
Auszüge aus Osnabrücker Hefte zur Stadtökologie Vergin, Ute: Woher kommt es - wohin geht es? Wasser in Osnabrück Herausgegeben vom Verein für Ökologie und Umweltbildung Osnabrück e. V.
|
|
Jede Stadt hat ihre eigene Geschichte. Hier soll die Wasserver- und Wasserentsorgung der Stadt Osnabrück historisch betrachtet werden. Die geschichtliche Zeitreise beginnt in der wasserleitungsfreien zeit über die erste cholera- Epidemie bis heute. Woher kommt es - Wohin geht es? Diese Frage beantwortet ein moderner Stadtmensch einfach: Aus dem Hahn in die Kanalisation durch das Klärwerk in die Hase. Aber woher stammt das Wasser wirklich ? Aus der Hase? 1995 lag der pro Kopfverbrauch pro Tag bei 139l Wasser. Diese Mengen an Wasser hätte damals kein Mensch vom Dorfbrunnen oder aus der Hase, aus der Nette oder der Düte zu sich nach Hause „schleppen“ wollen oder können, denn diese Tätigkeit wurde von aufgrund des sehr hohen Grundwasserspiegels fast in jedem Hof einen eigenen Brunnen. Dennoch beschränkte man sich damals auf 2l Wasser pro Kopf und Tag. Schon immer siedelten die Menschen an Stellen wo sie einfach an Wasser gelangen konnten, an Flüssen, Bächen Seen usw. Dennoch verfügen die Menschen schon seit ca. 6000 v. Chr. Über Brunnen und Zisternen, und seit 4000 v. Chr. sind Bewässerungsysteme bekannt. Auch das Osnabrücker Land ist seit jeher dicht besiedelt eben durch den hohen Grundwasserspiegel der Hase. Seitdem Osnabrück eine befestigte Stadtanlage darstellte wurden Brunnen angelegt, öffentliche wie private. Zwei aus dem 13. Jht. stammende der Markt- und der Ratsbrunnen wurden erst im 19. Jht. verfüllt. Im Bereich des Lortzingplatzes wurden Brunenanlagen gefunden die um 900 gebaut wurden. Somit versorgten sich die Osnabrücker mehr als 1000 Jahre mit Flusswasser. Mitte des 19. Jahrhunderts gab es ca. 1400 Brunnen in der Stadt aber schon zu diesem Zeitpunkt waren die Gewässer in Osnabrück stark verschmutzt. Ein Wechsel vom Schöpf- zum Pumpbrunnen brachte zwar eine Arbeitserleichterung für die Kinder und Frauen aber keine Qualitätsverbesserung des Trinkwasser mit sich. Das Wasser wurde nun zwar hochgepumpt, fror im Winter aber in den Leitungen ein. Dies konnte man durch Bedecken der Pumpkörper durch Stroh und Belegen mit Dünger verhindern, gleichzeitig gelangten in der Tauphase auch Chemikalien in das Grundwasser welche die Qualität weiter Gab es bis Mitte des 19. Jht. wirklich keine Wasserleitung in Osnabrück? Doch und zwar wurde diese bei Grabungsarbeitungen in der Dielingerstrasse gefunden und muss aus dem 18. Jht. stammen. Man weiß aber nicht ob der Fund ein Teilstück einer Zuleitung von einem öffentlichen oder privaten Brunnen darstellt oder ob es zu einer Fernwasserleitung vom Westerberg gehört. Diese Fernleitungen sind seit dem 14 Jht. aus Nürnberg bekannt, für Osnabrück fehlen allerdings die Beweise für eine bestehende Fernwasserleitung.Trotz der enormen Anzahl an Brunnen tranken viele Osnabrücker weiterhin Wasser direkt aus der Hase trotz erheblicher Qualitätsmängel.Und es geschah: Die Katastrophe ist da: Die Cholera erobert die Stadt. Die Cholera hat Osnabrück erreicht. Cholera ist eine Infektionskrankheit und wird durch infizierte Lebensmittel und Trinkwasser übertragen. Somit spielt das Trinkwasser neben einer in hohen Bevölkerungsdichte und schlechten hygienischen Verhältnissen eine entscheidende Rolle. Man kannte zwar nicht die genauen Verbreitungsumstände stellte aber fest, das unhaltbare hygienische Zustände und Cholera-Erkrankungen ein einem engen Zusammenhang standen: Schuld war das unsaubere Trinkwasser. Daher musste man den Kontakt zu den Abortanlagen verhindern.Man hatte also herausgefunden, dass die Choleraepidemie mit der Wassersituation im Zusammenhang stand. Dies beinhaltete den Zustand des Trinkwassers und den Umgang mit den Abwässern. Die Frage nach einer Kanalisation kam auf! Wie, Osnabrück erst seit weniger als 100 Jahren mit einer Kanalisation? Wie war es also früher? Wie sollte man den Abwässern und den Fäkalien umgehen? Zuerst wurden die Fäkalien als Dünger auf den Feldern genutzt, doch nicht jeder Bürger der Stadt hatte ein Feld vor der Stadt. So stellte sich wieder die Frage: Wohin mit den Fäkalien? Die Lösung stellte der Poggenbach dar. Aus der Wüste kommend und im Herrenteich in die Hase mündend wurde bereits damals ein künstlicher Arm um die Südseite der Stadt angelegt. Dorthin gelangten die flüssigen Abfälle, die mit dem Oberflächenwasser in die Hase gespült wurden.Doch die Bevölkerung der Stadt wuchs weiter ein und so hatte der Poggenbach seine schützende Wirkung im 12. Jht. schon wieder verloren und wurde unterirdisch kanalisiert und mit der Krahnstr. überbaut. Durch die Gossen in der Strassenmitte konnte die oberirdischen Abwässer in den Kanal laufen und wurden bei genügend Wasser in die Hase gespült. Zu den oberirdischen Abwässern gehörte aber neben dem Regen und Schmelzwasser auch die Inhalte der Nachtlatrinen. Außerdem wurde jeglicher Müll auf die Strasse gekippt.Moderne Methoden einer Fäkalienentsorgung wurden zu dieser Zeit ebenfalls eingeführt, die Kloaken. Vorteile dieser Kloaken war, dass die übelriechenden Substanzen nicht mehr in den Gossen landeten. Nachteil war leider, dass die Kloaken wenn sie voll waren wieder entleert werden mussten. Das Problem blieb dasselbe: je mehr Menschen zusammen leben desto drängender wurde das Problem der Abwasserbeseitigung. Dazu gehörten nicht nur die Inhalte der Nachttöpfe, die Haushaltsabwässer, das Nutzwasser der Gewerbebetreibenden, das Oberflächenwasser sondern auch der Dung der in der Stadt gehaltenden Tiere, der die Kanäle verstopfte und so diese bei heftigen Regengüssen eher überliefen als in die Hase abliefen. Mit den Jahren entwickelte sich ein Netz aus Gossen, Gräben und Kanälen, welches die Abwässer sammelte und in die Hase leitete. Dieses System bewährte sich sogar noch bis Mitte des 19. Jht. und stellte die einzige Grundlage der städtischen Entwässerung dar. Um die gesamten Abwässer aus der Stadt heraus zuspülen wurden zwei Hautgräben benutzt, in die viele weitere Nebengräben mündeten. Alles was an Abwässern in der Stadt anfiel landete in diesen Gräben, ebenso die Schlachtereiabfälle. Bis zum 18. Jh. Funktionierte die Sammlung der Abwässer in den Kanälen. Die biologische Selbstreinigungskraft des Wassers konnte die Schmutzmengen noch bewältigen. Doch ab dem 19 Jh. Änderte sich die Situation schlagartig aufgrund des Bevölkerungsanstiegs. Die Kanäle konnte die Schmutzmengen nicht mehr aufnehmen, die Sandwände stürzten öfter ein und verstopften somit den Abtransport des Unrats. Die Kanäle wurden zu stinkenden Kloakengräben. Zusätzlich ließen heftige Regenschauer die Kanäle noch überlaufen, so dass die „Brühe“ durch die unbefestigten Strassen bis in die Häuser fließen konnte. Das Problem der Abwasserentsorgung wurde erst mit Einzug der Cholera in Angriff genommen. Wie sah das Stadtbild zu dieser Zeit denn wirklich aus? Osnabrück befand sich im Wandel von Ackerbürgern zu einer Industriestadt, diese Entwicklung war allerdings noch nicht abgeschlossen. Ein Ausbau der Stadt war aufgrund der bestehenden Stadtmauern nicht möglich, so dass eine quälende Enge in der Stadt vorherrschte. Auch wurden die Haus- und Nutztiere weiterhin in der Stadt oder sogar in den Häusern gehalten. Zu diesem Zeitpunkt störte sich fast keiner an Aborte, welche über offene Gräben oder Misthaufen direkt neben Trinkwasserbrunnen lagen. Weiter hatte sich der Boden nach all den Jahren mit allen möglichen Exkrementen „vollgesogen“. Zu guter Letzt verbesserte man das zu unappetittlich aussehende Wasser auch noch mit ungelöschtem Kalk und Salz. So war also der Zustand, bevor der Bau einer Kanalisation vor ca. 100 Jahren begann. Erste Verbesserungen damals brachten die Latrinen über den Stadtgräben, dennoch war die Strömung nicht ausreichend um alles wegzuschwemmen und so stanken die größtenteils offen liegenden Kanäle.
Die im Mittelalter benutzte Technik der Abwasserentsorgung, die Schwemmtechnik, funktionierte nun nicht mehr, da die Kanäle meist verstopft waren. Nur starke Regenschauer konnten diesen ganzen Unrat bewältigen. Doch in Jahren extremer Hitze, in denen die Kanäle trocken lagen liefen diese bei starken Regenschauern eher über, als dass der Schmutz fortgespült wurde. Das Schmutzwasser verseuchte nun nicht nur den Boden, sondern floss auch noch in die Häuser und in die Trinkwasserbrunnen. Auch die Tatsache, dass in vielen Höfen die Abortanlagen direkt neben den Brunnen gebaut wurden sollte Folgen haben. So war es kein Zufall, dass 1866 gut zwei Drittel aller Brunnen der Stadt so stark kontaminiert waren, dass man das Wasser eigentlich nicht mehr trinken sollte aber es war das einzige vorhandene Wasser. Was brauchte die Stadt also am dringensten? Die Stadt benötigte saubere gepflasterte Straßen, ein geschlossenes Kanalisationssystem und sauberes Trinkwasser.
Die Choleraepidemie 1859 machte Vorschriften des Hannoverschen Innenministeriums notwendig, doch die Epidemie wurde heruntergespielt und so verliefen diese Vorsichtsmaßnahmen im Sande. 1866 drohte allerdings eine zweite Choleraepidemie aus Holland einzufallen. Daraufhin wurden wieder Desinfektionen, Brunnenschließungen und Beseitigung der Abortanlagen notwendig, sogar mit polizeilicher Durchsetzung. Weiter versuchte man nun auch das Bewusstsein der Bevölkerung zu wecken, man kann etwas tun und muss sich nicht dem Schicksal ergeben. Das Interesse an einem besseren, gesünderem Leben war geweckt.
Da eine weitere Choleraepidemie drohte wurden jährliche Brunnenuntersuchungen angeordnet. Die meisten Brunnen förderten derart miserables Wasser, dass daraus ein öffentliches Problem wurde. Auch die Wissenschaft konnte jetzt ihren Teil beitragen, sie hatte bewiesen, dass die Krankheit unmittelbar mit den hygienischen Verhältnissen zusammenhing. Also musste die Stadthygiene dringend verbessert werden. Dafür brauchte man eine unterirdische Kanalisation, die Einrichtung einer Müllabfuhr und eine städtische Wasserleitung. Der Bau eines geschlossenen Abwasserkanals wurde sofort in Angriff genommen.
Eine erste Wasserleitung für OS Osnabrück sollte an ein zentrales Trinkwassersystem angeschlossen werden, was für ein Gedanke! Dieses Vorhaben stellte ein riesiges kostenintensives Projekt für die Stadt dar, welches sicher nicht von heute auf morgen realisiert werden konnte. Zunächst musste aber die Qualität des Wassers den Menschen nahe gebracht werden: Auch sauberes, klares, wohlschmeckendes Wasser kann gesundheitsschädlich sein! Die Bevölkerung musste was das Wasser abgeht aufgeklärt werden. Erreger im Wasser kann man nicht sehen. Es stellten sich aber auch noch weitere Fragen: parallele Nutzung von Brunnen und Wasserleitung? Trinkwasser aus der Leitung, Wasser zum Waschen etc. aus dem Brunnen? 1872 wurde ein Gesundheitsrat gegründet und auch die Zuschüttung von vielen Brunnen wurde in Betracht gezogen. Man holte Informationen aus Städten, welche bereits eine Wasserleitung besaßen ein. Man erfuhr das sich der Wasserverbrauch mit einer Wasserleitung erhöhen würde und so musste man auch darüber nachdenken wo man mehr Wasser herbekommen konnte. Die Industrie war ebenfalls auf sauberes Wasser angewiesen. Trinkwasser konnte man besten aus Quellwasser gewinnen und das Flusswasser war für die Industrie aufgrund des geringen Kalkanteils interessant. 1884 holte man sich fachkundige Hilfe in Form eines Baurates aus Dresden ein, welches bereits einige Wasserleitungsprojekte erfolgreich abgeschlossen hatte. Man führte Probeführungen durch und 1885 wurde man fündig.
Das Wasser hatte eine hervorragende Qualität und war auch in ausreichender Menge vorhanden. Ein Problem bestand allerdings noch: die Schinkeler wollten ihre Grundstücke der Stadt zum Bau eines Wasserwerkes nicht umsonst überlassen. So wurde über ein Enteignungsverfahren seitens der Stadt Osnabrück nachgedacht. Allerdings gehörte der Schinkel nicht zu der Stadt Osnabrück, es war eine selbständige Landgemeinde. Doch die Schinkeler waren nicht herzlos. Sie wollten nur dieselben Rechte wie die Stadtbevölkerung für sich in Anspruch nehmen und sich daher nicht kampflos ergeben. Nachdem alle Probleme beseitigt waren konnte 1889 mit dem Bau zweier Hauptleitungen begonnen werden. Beide führten zu einem Wasserreservoir auf dem Westerberg. Man baute ein Schaukelsystem, so dass beim Ausfall der Pumpen das Wasser aus dem Speicher in die Stadt herab gedrückt werden konnte. Weiter wurden in den Gebäuden Wasserzähler installiert und ein Preissystem wurde ebenfalls erstellt, je mehr Wasser man verbrauchte desto günstiger wird dieses. Nach einem guten Vierteljahrhundert ging die Osnabrücker Wasserleitung in Betrieb.
Die Bevölkerung nahm jedoch das neu entstandene Angebot des reinen Wassers nicht wirklich an. Sogar 2 Jahre nach Inbetriebnahme der Wasserleitung wurde die Nutzung als zu niedrig bezeichnet. Der Verbrauch lag bei 25l pro Person und Tag. Daraufhin wurde der Anschluss aller Häuser an das Netz beschlossen. 1897 kippte die Situation allerdings wieder. Das Wasser wurde knapp. 1899 lag der Verbrauch bereits bei 61l pro Person und Tag und im Sommer 1904 lag der Westerberg erstmals trocken.
1908 wurde eine neue Pumpstation in Düstrup angeschlossen und die Wasserknappheit war beseitigt. Es hatte sich allerdings gezeigt, dass das Hasewasser immer schlechter wurde. In den 20er Jahren wiederholte sich die Situation einer Wasserknappheit doch die Wirtschaftskrise und der 2te Weltkrieg verhinderten mögliche Maßnahmen. So plante man erst in den 50er Jahren ein drittes Wasserwerk im Thiener Feld bei Alfhausen. Man erkennt die großen Dimensionen so eines Wassernetzes. Vom Thiener Feld bis nach Osnabrück muss das Wasser über 25 km durch Leitungen geführt werden. 1957 konnte das Wasserwerk in Thiene endlich eröffnet werden. 1995 verursachte der schwerste Wasserrohrbruch, dass die Stadtteile Westerberg und Eversburg auf dem trockenen saßen. Doch nach bereits 7 Jahren lautete die Hiobsbotschaft: Das Wasser wird wieder knapp und so begannen 1973 neue Planungen für ein weiteres Werk in Wittefeld.
Um die Qualität des Trinkwassers ständig zu gewähren werden jährlich mehr als 1300 bakteriologische Untersuchungen, 200 chemische Voll- und ca. 2000 Teilanalysen durchgeführt. Des weiteren erfolgen noch 130 Wasserproben, welche das staatliche Medizinaluntersuchungsamt durchführt, um den Nitratgehalt und die bakteriologische Reinheit zu prüfen. Dennoch war die Stadt gezwungen das Trinkwasser kurzfristig zu chlorieren und in Atter und Nahne musste die Stadt1988 Brunnen aufgrund zu hoher Nitritwerte schließen. Was verursachte aber die Grundwasserverschmutzung? Der hohe Versiegelungsgrad der Stadt ist ein Grund dafür, dass weniger Oberflächenwasser in das Grundwasser gelangt und dieses auffüllt. Daher sinkt der Grundwasserspiegel und die Schadstoffkonzentration steigt im restlichen Wasser. Eine weitere Ursache stellte die Landwirtschaft dar.
1980 war es soweit: man stellte eine Senkung des Grundwasserspiegels fest. Man musste umdenken, so wurde 1989 das Leitungsnetz derart umgestellt, dass Regenwasser für die Toilettenspülung benutzt werden konnte. Weiter beschloss der Rat der Stadt eine finanzielle Unterstützung von privaten Regenwassernutzungsanlagen, um Trinkwasser einzusparen. Lag der durchschnittliche Wasserverbrauch 1982 noch bei 150l pro Tag, waren es 1992 nur noch 135l bei einem Bundesdurchschnitt von 145l pro Einwohner pro Tag.
Die Frage Woher kommt es? (siehe Kap. Zwei) sollte nun deutlich gemacht worden sein. Doch? Wohin geht es? Diese Frage beschäftigte die Stadtbevölkerung ebenfalls. 1852 war der Neue Graben zugeschüttet worden und Aborte, die direkt neben Trinkwasserbrunnen lagen mussten auch entsorgt werden um die Cholera einzudämmen. Man entschloss sich zu dem Bau von Sielen und die Abwässer unterirdisch und geschlossen zur Hase zu leiten. Nach und nach wurde daher die gesamte Stadt an ein unterirdisches Kanalsystem angeschlossen. So erreichte das Kanalnetz bereits 1876 eine Länge von11,232 km. Wohin aber mit den Abwässern aus den Sielen? Selbstverständlich in die Hase.
Die Entscheidung ein Klärwerk zu planen und zu bauen hatte eher ökonomische Gründe. Der wirtschaftliche Schaden durch die Flussverschmutzung war zu groß. Bereits 1901 plante man alle erfassten Fäkalien und Abwässer mittels eines Sammelkanals wieder in die Hase zu leiten, nachdem diese eine Kläranlage passiert hatten. Der Abwasserkanal war bereits 1903 fertiggestellt, mit dem Bau der Kläranlage wurde allerdings erst 1912 begonnen.
Aufgrund der starken Haseverschmutzung durch die Schinkeler Abwässer (diese wurden ungeklärt in die Hase geleitet, und zwar oberhalb des Stadtgebietes, so dass die Hase in der Stadt immer noch verdreckt war und stank) wurde die Frage der Eingemeindung 1907 zum ersten Male diskutiert und am 01.04.1914 durchgeführt. Noch bis in die 70er Jahre flossen allerdings im Widukindland ein kleiner Teil der Abwässer ungeklärt durch offene Gräben. Doch auch dies ist heutzutage beseitigt und auch das Klärwerk wurde über die Jahre immer weiter ausgebaut und vergrößert. Ich hoffe Ihnen einen kleinen Einblick über die Hase gegeben zu haben. Zu guter letzt folgt nun noch ein Stadtrundgang. Auch heute findet man noch Gebäude usw. aus der „alten“ Zeit. Mehrere „Zierbrunnen“ verschönen noch heute das Stadtbild, so wie der Brunnen am Vitihof, der Schäferbrunnen auf dem Gertrudenberg, der Ruwebrunnen am Markt oder der Figurenbrunnen an der Johanniskirche. Weiter ist ein Trinkwasserbrunnen an der Katharinenkirche zu bewundern. Die Osnabrücker Wasserwerke in Düstrup, Thiene und Wittfeld bieten immer wieder Besichtigungstage an. Neben diesen Sehenswürdigkeiten sind die Wasserhochbehälter auf dem Westerberg und in Lüstringen am Schledehausenerweg zu erwähnen. Auch an der Mindenerstrasse ist ein weiteres Gebäude zu entdecken, eine alte Pumpstation. Zu guter Letzt möchte ich noch die Trinkwasserquelle in Voxtrup, die Brüningquelle nennen. Abschließend noch das Freiluftörtchen am Ledenhof.
|